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Automatisierung
16. Dezember 2025
Aktualisiert: 2. Januar 2026
5 Min. Lesezeit

E-Commerce Architektur: Vom Chaos zum Self-Running System

Manuelle Prozesse skalieren nicht. Wie wir einen unstrukturierten Bestell-Prozess in einen automatisierten Flow verwandelt haben – vom Konfigurator bis zur WaWi.

Julian Wagner

Julian Wagner

Gründer & Technical Lead

E-Commerce Automatisierung Flow

Das Problem: Freitext-Bestellungen

Bei Gubes Tech (Hersteller von maßgefertigten Abdeckhauben) lief es früher so: Kunden haben in ein Freitext-Feld geschrieben, was sie brauchen. "Ich brauche eine Haube, ca. 50x30cm, rund, mit Reißverschluss..."

Das Ergebnis? 🔥

Rückfragen: "Meinten Sie innen oder außen gemessen?"

Tippfehler: Falsche Maße, falsche Preise.

Manuelle Kalkulation: Excel öffnen, Werte eintragen, Preis berechnen, PDF erstellen, mailen...

Das skaliert nicht. Jede Bestellung kostete 15-30 Minuten manuelle Arbeit.

Die Lösung: Strukturierte Konfiguratoren

Wir haben das komplett umgebaut:

1. Frontend: Individuelle Konfiguratoren

Statt einem Freitext-Feld gibt es jetzt strukturierte Konfiguratoren – für jede Haubenform einen eigenen. Der Kunde wählt:

Form (rund, rechteckig, Sonderform)

Maße (geführte Eingabe mit Validierung)

Material und Optionen

Keine Missverständnisse mehr. Das System weiß exakt, was bestellt wird.

2. Backend: Die Excel bleibt (aber clever)

Hier wird's interessant: Das Unternehmen hatte bereits eine ausgefeilte Excel-Tabelle für alle Kalkulationen. Die wird auch intern genutzt. Warum das Rad neu erfinden?

Unser Ansatz: Die Excel bleibt die Single Source of Truth für Preise und Berechnungen.

Konfigurator (Web)
|
v
[API liest Excel-Logik aus]
|
v
Preis + Spezifikation

Vorteil: Wenn sich Materialpreise ändern, passt das Team die Excel an – ein Ort, eine Änderung. Die Konfiguratoren ziehen die neuen Werte automatisch.

3. Automatisches PDF-Angebot

Nach der Konfiguration passiert folgendes automatisch:

  • PDF wird generiert – professionelles Angebot mit allen Details.
  • E-Mail an Kunden – mit Angebot und Bestell-Link.
  • Kunde klickt "Bestellen".
  • Bestellung landet direkt in der WaWi – ohne dass jemand etwas abtippen muss.

Zero Manual Touch. Der erste Mitarbeiter, der die Bestellung sieht, ist der in der Produktion.

Die Architektur

[Konfigurator] --> [API: Kalkulation via Excel-Logik]
|
v
[PDF Generator]
|
v
[E-Mail mit Bestell-Link]
|
v (bei Bestellung)
[WaWi Import]

Key Learnings

1. Bestehende Tools nutzen

Die Excel war kein "Legacy-Problem" – sie war ein Asset. Wir haben sie integriert statt ersetzt.

2. Strukturierte Daten sind Gold

Ein Konfigurator erzwingt valide Eingaben. Keine Rückfragen, keine Interpretationsspielräume.

3. End-to-End denken

Nicht nur den Shop automatisieren, sondern den gesamten Flow bis zur Produktion.

Fazit

Manchmal ist die beste Automatisierung nicht "alles neu bauen", sondern clever verbinden, was schon da ist. Die Excel-Kalkulation des Kunden war das Herzstück – wir haben nur den Rest drumherum automatisiert.

Das Ergebnis: Von 15-30 Minuten pro Bestellung auf 0 Minuten manuelle Arbeit im Standard-Flow.

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Julian Wagner
Julian Wagner

Gründer & Technical Lead

Gründer von finias, Experte für KI-Entwicklung und Automatisierung.