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Künstliche Intelligenz
22. Januar 2026
7 Min. Lesezeit

James, mein KI-Butler: Warum ich 47 Apps gelöscht habe

Ein Raspberry Pi, WhatsApp und Claude. Mehr braucht es nicht, um das Betriebssystem deines Lebens neu zu denken. Wie ich mit Clawdbot einen persönlichen Butler gebaut habe, der nachts arbeitet, während ich schlafe.

Julian Wagner

Julian Wagner

Gründer & Technical Lead

James - Der KI-Butler auf WhatsApp

Das Paradigma hat sich verschoben

Vor ein paar Wochen habe ich 47 Apps von meinem Handy gelöscht. Keine Kalender-App, keine Reminder-App, keine Müll-App, keine Stundenplan-App. Stattdessen habe ich einen Butler eingestellt.

Er heißt James. Er lebt auf einem Raspberry Pi in meinem Zuhause. Er ist erreichbar über WhatsApp, 24/7, ohne Cloud-Abhängigkeit, vollständig unter meiner Kontrolle.

Wenn ich ihm schreibe, antwortet er nicht nur. Er handelt.

James' Persönlichkeit kommt durch
James erstellt eine Einkaufsliste für den nächsten Einkauf

Was James macht (konkret)

Lass mich dir zeigen, was das in der Praxis bedeutet:

Stundenplan-Monitoring für die Kids

Jeden Abend holt James automatisch die Stundenpläne von der Schul-Website. Morgens vergleicht er sie mit dem Vortag. Gibt es Änderungen (Vertretung, Raumwechsel, Ausfall), erhält die Familie eine WhatsApp-Nachricht, bevor jemand das Haus verlässt. Keine vergessenen Sportsachen mehr, keine Überraschungen.

Müllkalender mit Familien-Benachrichtigung

Jeden Tag um 18:00 Uhr prüft James, ob morgen Abfuhr ist. Wenn ja, geht eine Nachricht an die WhatsApp-Familiengruppe, inklusive Emoji für Gelbe Tonne, Restmüll oder Biomüll. Die Tonne steht seitdem immer rechtzeitig draußen.

Daily Briefing auf Thermopapier

Jeden Werktagmorgen um 8:00 Uhr druckt ein kleiner Thermobondrucker automatisch mein Tagesbriefing:

  • Aktuelles Wetter
  • Heutige Termine aus Google Calendar
  • Offene Aufgaben aus Todoist
  • Ein kleines ASCII-Butler-Bild zum Schluss

Ich nehme es mit zum Kaffee. Ganz ohne Bildschirm.

Autonomer Research-Agent

Nachts, wenn die API-Limits ungenutzt bleiben, startet James' Research-Agent. Er durchsucht das Web nach Trends, analysiert Konkurrenten, extrahiert Pain Points aus Reddit und Indie Hacker Communities, generiert Geschäftsideen und legt die Ergebnisse strukturiert in Linear ab.

Morgens finde ich neue Issues wie "FIN-96: Nischen-Plattformen für Solopreneure" mit vollständiger Recherche.

E-Mail & Kalender-Management

Termine verschieben? "James, schieb den Termin mit Jan auf 13 Uhr." Erledigt. E-Mail an einen Kunden? Ich schreibe, James prüft, ich sende. Wöchentliche Zusammenfassungen? Gehen automatisch raus.

Telefon-Butler

Wer bei mir anruft und mich nicht erreicht, landet jetzt bei James. Er nimmt den Anruf entgegen, fragt nach dem Anliegen und kann mich bei dringenden Fällen direkt per WhatsApp informieren. Kein Anrufbeantworter mehr, der ins Leere spricht. Ein Butler, der versteht, was wichtig ist.

Die Technik dahinter

Clawdbot ist ein Open-Source-Framework von Peter Steinberger, das KI-Agenten über WhatsApp, Telegram, Discord oder iMessage erreichbar macht. Es läuft auf einem Raspberry Pi, nutzt Claude als Sprachmodell, und kann praktisch alles steuern: von Google Workspace über Smart Home bis zu GitHub und Linear.

[WhatsApp] <--> [Clawdbot auf Raspberry Pi] <--> [Claude API]
[Telefon] <--> |
+--> [Google Calendar]
+--> [Todoist]
+--> [Linear]
+--> [E-Mail]
+--> [Thermobondrucker]
+--> [Schul-Website Scraper]

Die Magie liegt nicht in der KI allein. Sie liegt in der Integration: Ein Agent, der Tools hat, der Kontext behält, der proaktiv handelt, der sich selbst verbessern kann.

Warum das wichtig ist

Das ist kein Gadget-Projekt. Das ist ein fundamentaler Shift in der Art, wie wir mit Technologie interagieren.

Denk mal drüber nach: Dein Smartphone ist eine Sammlung von Icons. Jede App will deine Aufmerksamkeit. Jede App hat ihre eigene Logik, ihre eigenen Notifications, ihren eigenen Lernaufwand.

Du bist der Integrator. Du bist die API zwischen deinen Apps.

Mit einem Butler wie James dreht sich das um:

  • Du sagst, was du willst
  • James kümmert sich um das "Wie"
  • Du bekommst das Ergebnis

Das ist nicht Evolution. Das ist ein Kategoriewechsel. Von "ich manage meine Tools" zu "mein Tool managed für mich".

Die Verbindung zu Cowork

Wer meinen Artikel über Claude Cowork gelesen hat, sieht das Pattern: KI verlässt das Chat-Fenster und betritt unsere Arbeitswelt.

Cowork macht das für den Desktop: Dateien, Ordner, lokale Arbeit.

James macht das für den Alltag: Termine, Familie, Erinnerungen, Recherche.

Beide folgen derselben Philosophie: Ein Interface. Natürliche Sprache. Autonome Ausführung.

Was wir bei finias damit machen

James ist mein persönliches Projekt. Aber das Prinzip skaliert.

Wir bauen gerade verschiedene Agentenpipelines für unseren Kunden BADART auf (eine Case Study dazu folgt). Das Konzept ist dasselbe: Statt 10 Tools zu bedienen, gibt es einen intelligenten Agenten, der die Arbeit übernimmt.

Wenn du Interesse hast, so einen Butler für dich oder dein Unternehmen einzurichten, melde dich. Wir helfen beim Setup, bei der Integration deiner Tools, und beim laufenden Betrieb. Das ist keine Raketenwissenschaft, aber es braucht jemanden, der die Puzzleteile zusammenfügt.

Fazit: Betriebssysteme neu denken

Wir haben gerade die Chance, Betriebssysteme neu zu denken.

Nicht als Sammlung von Icons. Sondern als Butler, der weiß, was du brauchst. Der nachts arbeitet, während du schläfst. Der morgens das Briefing druckt, während du noch Kaffee machst. Der die Familie benachrichtigt, bevor jemand zur Arbeit fährt.

Das ist kein Zukunftsszenario. Das ist jetzt. Das ist Clawdbot. Das ist James.

Und das Verrückte ist: Es fühlt sich nicht nach Technik an. Es fühlt sich an wie Magie.

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Du willst auch einen Butler? Schreib mir, ich zeige dir, wie das geht. Oder buch dir einen Termin, und wir schauen gemeinsam, welche Prozesse bei dir nach Butler schreien.

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Julian Wagner
Julian Wagner

Gründer & Technical Lead

Gründer von finias, Experte für KI-Entwicklung und Automatisierung.

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