Eine Geschichte aus dem echten Leben
Neulich bei einem Kunden. Der Geschäftsführer stolz: "Wir haben jetzt Software XY eingeführt. Damit wird alles besser." Ich gehe in die Abteilung. Die Mitarbeiterin seufzt. "Ja, das neue Ding. Ich mach meine Listen lieber weiter in Excel, das geht schneller."
Bumm. 50.000 Euro Software-Lizenz, und keiner nutzt es. Warum? Weil es als "IT-Projekt" gesehen wurde.
Software installiert = Projekt fertig. Falsch.
Es geht um Gewohnheiten
Digitalisierung tut weh. Wir verlangen von Menschen, ihre Arbeitsweise zu ändern. Dinge, die sie seit 10 Jahren so machen und die "gut funktionieren", sollen plötzlich anders laufen.
Das macht Angst. "Werde ich ersetzt?" "Kann ich das überhaupt bedienen?" "Hab ich jetzt noch mehr Kontrolle?"
Wenn wir diese Ängste nicht ernst nehmen, können wir die beste Software der Welt bauen – sie wird scheitern.
Der bessere Weg: Menschen mitnehmen
Ich habe gelernt: Bevor wir auch nur eine Zeile Code schreiben, müssen wir reden. Mit den Menschen, die die Arbeit machen.
"Was nervt dich jeden Tag?"
"Wo verlierst du Zeit?"
"Was würdest du dir wünschen, wenn alles möglich wäre?"
Wenn Mitarbeiter merken, dass die Digitalisierung ihr* Problem löst (und nicht nur das vom Chef), dann passiert Magie. Dann wollen sie das Tool nutzen. Dann fragen sie: "Wann ist es endlich fertig?"
Meine Bitte an dich
Wenn du das nächste Mal über Digitalisierung nachdenkst: Ruf nicht zuerst die IT-Abteilung. Geh zu deinem Team. Hör zu. Frag nach dem "Warum".
Digitalisierung ist kein Technik-Thema. Es ist ein Kultur-Thema. Technik ist nur das Werkzeug. Der Mensch ist der Schlüssel.
